Das Schwimmbecken ist 50 Meter lang und 2 Bahnen sind für den Schwimmverein reserviert. Die restlichen Chinesen schwimmen allerdings nicht etwa auch die Bahnen vom einen bis zum anderen Ende, nein, die haben gar keine Richtung. Kreuz und quer wird da durch das Wasser gepflügt, wobei die wenigsten wirklich ernsthaft schwimmen und die meisten doch eher planschen. Abgesehen davon gibt es zwar an jeder Seite Startblöcke, doch die sind verboten zu benutzen. Alles in allem ist eine Stunde schwimmen sehr kurz, aber für 10 Yuan gerade so noch für Studenten geeignet.
Dienstag, 23. September 2008
Juchu, auf in die Schwimmhalle!!!
Wie findet man einen Badeanzug in China
Aber was tut man nicht alles um ein bisschen zu schwimmen.
Das Wochenende in Hangzhou
wir schon am Freitag hätten fahren müssen. Wir haben das Abfahrtdatum falsch gebucht. Eine weitere Chance, etwas von der chinesischen Flexibilität zu erlernen, tat sich auf. Nun hieß es mit Sack und Pack wieder raus und hin zum Ticketschalter. Der erste Schalter verwies uns zum Zweiten, der eine wesentlich längere Schlange aufwies. Nach gut 15 min waren wir endlich vorne, doch auch dieser Schalter war nicht für uns zuständig, sondern der erste Schalter. Also wieder anstellen und auf ein Ticket hoffen. Nach 20 weiteren Minuten bekamen wir dann 4 Stehplätze in einem mittelschnellen T-Zug. Überglücklich die chinesischen
Bahnbeamten verstanden zu haben, die Warteschlangen hinter uns gelassen zu haben und doch noch nach Hangzhou fahren zu können, sahen wir in der 2-stündigen Stehfahrt eine ganz neue Erfahrung.Zufällig lernten wir im Zug einen Österreicher kennen, der Consultant bei einer Textilfirma ist und uns seine Visitenkarte, sowie ein Angebot für ein Praktikum bei seiner Firma unterbreitet hat. Dafür hat sich das Stehen allein schon gelohnt. Letztendlich war die Zugreise sehr interessant, aber meine Beine ließen sich nur noch wie Klötzer vor mich herschieben.
Eine weiter Überraschung, diesmal positiv, erlebten wir bei unserer Ankunft im Tour’an Youth Hostel. Wir hatten ja mit dem Schlimmsten gerechnet – bekamen aber ein richtig tolles Zimmer (am liebsten würde ich die Zimmer gegen das, vom Wohnheim tauschen.)Der ganze Komplex war sehr asiatisch gehalten mit dunklen Parkettböden, verschnörkelten Sofas und
Schränkchen, trotzdem sehr sauber und modern eingerichtet.
Unsere Erste Tour sollte Alin und mich zum Lingying – Tempel führen. Ein riesiger Buddhistischer Tempel, der als Muss für alle chinesischen buddhistischen Pilger gilt. Bei caa 30 C° und 80% Luftfeuchte wagten Alin und ich den tollkühnen Versuch einen 64m hohen Berg zu besteigen. Es sei soviel gesagt: Oben angekommen trieften wir vor Schweiß, kauften erst mal Wasser und schnauften durch. Bei diesem Wetter nicht weiterzuempfehlen. Danach besichtigten wir die Tempelanlage an sich, welche sich weit zwischen den Bergen erstreckt und auf chinesische Art und Weise für Tourismus genutzt wird. Wir wandelten durch viele bunte Hallen mit reichlich Gold und Farbglasur, sahen große Buddhastatuen und schöne Gärten.
versuchten wir ein Taxi zu bekommen, dass uns zum Teemuseum bringt. Wir baten einen Chinesen uns zu sagen, wo wir ein Taxi herbekommen können. Dieser griff gleich zu seinem Telefon und fragte sich durch wo das Teemuseum ist und wie man mit dem Bus hinkommt. Allerdings hatten wir nur noch 1 Stund Zeit. Alin und ich hatten beide die Ahnung: „Oho, das schaffen wir nicht mehr und nun machen wir dem freundlichen Chinesen so viel Mühe!“ Nun stiegen wir in den Bus ein und damit begann das Dilemma. Das Teemuseum war natürlich zu, aber der Chinese hatte Kontakt zu einer Bekannten aus Hangzhou aufgenommen, die uns dann zum Teedorf, einer
weiteren Attraktion Hangzhous, führte. Uns schwante nichts Gutes. Die Frau zeigte uns die wichtigsten Teeplantagen und Teehäuser, dann aber bogen wir in eine schmalere Straße ab und steuerten direkt auf die Wohnung ihrer Familie zu. Dort begrüßten uns natürlich alle Familienmitglieder, einschließlich der zahnlosen Oma, freudig, da sie ein gutes Geschäft mit uns witterten. Zudem kam, dass wir beide schreckliche Gewissensbisse hatten, da wir den beiden Chinesen so viele Umstände bereitet hatten. Also ließen wir uns breitschlagen, den Tee aus Eigenanbau zu verkosten und natürlich auch ein teures Päckchen zu kaufen. Er ist ein sehr berühmter Tee aus Hangzhou, genannt Drachenbrunnentee, gehört zu den grünen Teesorten und soll die Schönheit fördern (wenn man daran glaubt). Wenigstens konnten wir mit dem teuren Kauf einer Großfamilie
. Entlang des Ufers konnten wir viele Chinesen Morgensport betreiben sehen. Sie machten Taichi oder Qigong, gingen radeln oder joggen oder schrieben mit einem rieseigen Pinsel und einem Eimer voll Wasser Gedichte, Verse auf dem Boden, sodass wunderschöne Kalligraphien entstanden. Im Kranichpavillon haben wir dann Rentner beim Karten und chinesisches Schach spielen sehen. Am Westsee befinden sich sehr viele Sehenswürdigkeiten, wie Parks, Grüften, Denkmäler und Pavillons. Pünktlich um 7.00 bringen die Fährkapitäne ihre Boote zu den Anlegestellen, durch die man zu den Inseln innerhalb des Sees gelangen kann. Wie die Ameisen kamen sie von überall hergeströmt. Was sich als etwas schwieriger gestaltete, war ein gutes Frühstück zu finden. Wir aßen dann Milchbrötchen und in einem Teigmantel
gebackenes Fleisch am Spieß. Zum Mittag, bogen wir dann in die Innenstadt ab und aßen in einem vornehmen Restaurant, in dem wir uns natürlich total unwohl fühlten, schweißgetränkt und mit unseren riesigen Rucksäcken. Doch die Kellnerin nahm uns bei der hand und führte uns in einem Raum, in dem wir alle Speisen sehen konnten und unser Menü zusammenstellten. Das Leckerste waren Gemüsetaschen in Eiermantel mit einer süßen Karamellsoße nach Hangzhouer Art. Im Allgemeinen ist das Essen in Shanghai und Umgebung sehr süß und so lecker, dass ich bestimmt mit Kugelbauch wieder nach Deutschland kommen werde!