Freitag, 19. September 2008

Eine schlaflose Nacht

Guten Morgäääähn!
Es ist jetzt 5.03 Uhr und wir frühstücken gerade, bevor wir dann später aufbrechen um nach Hangzhou zu fahren. Diese Nacht war der reinste Horror! Wir dachten, wir gehen mal früher ins Bett um noch eine gute Mütze voll Schlaf abzustauben. Das erste mal sprang ich gegen 0.15 auf war drauf und dran mich abfahrtbereit zu machen, bis Romana mir verklickerte, dass ich wohl geträumt hatte. Gut, also wieder zurück ins Bett gekrabbelt. Aufeinmal klingelt mein Handy. ich springe also auf, gehe ins Bad, Putze Zähne, ziehe mich an, gehe zurück schaue auf die Uhr....1.45Uhr ...ok. Nun sind wir beide putzmunter. Missgelaunt ziehe ich mich wieder um und hülle mich in meine Decke. trotzdem denke ich, der Wecker hat geklingelt, ich schwöre....
Naja, jetzt hatte er wirklich geklingelt und uns aus dem süßen Schlaf gerissen, da kann ich euch auch schnell noch schreiben, dass ich mich am Freitag mit meiner Tandempartnerin Monika getroffen habe. Sie ist sehr hübsch, studiert Architektur und Deutsch, stammt aus Anhui und hat ein sehr liebenswertes Wesen. Mit ihr und ihrer Freundin und Alin waren wir abends in einem uigurischen Restaurant gleich um die Ecke Essen...mmmhhh hat fast geschmeckt wie Nudel und Tomatensoße.
Ich bin schon gespannt, was ich in Hangzhou essen werde!!
Bis Sonntag Abend!

Donnerstag, 18. September 2008

Tandem - Projekt

Hallo an alle Waigouren,
heute Nachmittag hatten wir ein ganz tolles Treffen mit unseren chinesischen Sprachpartnern, das vom DAAD organisiert wurde. Dominique und ich gehen also nichts genaueres ahnend in das deutsche Hoschulkolleg. Schon vom unteren Stock aus hörte wir laute Stimmen, denen wir folgten und am Ende tat sich eine große Tür auf. Drinnen sah man nur schwarze Haarschöpfe. Sind wir jetzt doch falsch? Das sollte doch ein Austausch sein. Doch länger blieb uns gar keine Zeit darüber nachudenken, denn schon schoben uns sanft on hinten 2 chinesische Studenten in den Raum. Gleich eilten uns mehrere andere Chinesen entgegen und zogen uns an die Tische. Letztendlich bin ich dann an einem Tisch mit 8 Chinesen, die Deutsch studieren, gelandet. Erst wusste ich gar nicht was ich sagen sollte, doch nach einem kurzen "ni hao" und ein paar Kennenlernspielen war das Eis gebrochen und ich habe wirklich liebe Mädchen und Jungs kennengelernt, die deprimierender Weise kürzer Deutsch studieren, als ich Chinesisch und ein sehr Hohes Niveau schon erreicht haben. Neid, Neid , Neid!!!
Ich hoffe sehr, dass ich die Lieben bald wiedersehen werde, denn sie alle waren sehr bemüht um einen guten Sprachaustausch! Wenns klappt, habe ich bald richtige Tandem-Partner.
Bin schon gespannt was dabei noch alles rauskommt.

Mittwoch, 17. September 2008

Bücher, Bücher, Bücher!!!!

Heute hatten wir wieder den absolut frustrierenden Tingli-Kurs. Danach beschlossen wir uns die Texte auf Kassette...ja ihr lest richtig ...auf Kassette zum Üben zu kaufen. Unsere Professorin verriet uns glücklicher Weise die Adresse zweier Bücherläden, in die wir uns nach dem Unterricht begaben. Also auf in den Bus und ab zum Internationalen Buchladen, den wir erstaunlich schnell fanden. Dort war eine komplette Etage nur mit Büchern zum Chinesischlernen belegt, in der wir ca. 1 Stunde lang die Bücher begutachteten. Auch die tollen Hörkassetten fanden wir dort und die vollständige Reihe unserer Lehrbücher. Lustiger Weise hatten alle anderen Bücher CDs zum Hörverständnis, nur unser Tingli -Buch benötigt Kassetten. Egal, wir verstehen nix, also haben wir die auch noch gekauft. Am Ende erstand jeder von uns ca. 15 Bücher im Wert von 50 € erstand. Bücher sind hier soooooo billig. Ein wahres Paradies für Bücherwürmer (die chinesisch können).
Aber wir hatten ja noch eine 2. Adresse, die auf der gleichen Straße lag, also erkundeten wir noch den 2. Buchladen. Sein chinesischer Name ist: Shanghai-Buchstadt. Das passt wirklich wie die Faust aufs Auge, denn dieses kleine Buchlädchen umfasst 7 Stockwerke und weitläufige Etagen! Auch dort ließen wir noch ein paar Euro. Das einzige was wir dabei vergessen hatten, war, dass wir die Bücher noch ins Wohnheim schleppen mussten. Doch halt....wir hatten Kassetten, aber irgendetwas fehlt. Der Kassetten Rekorder! Nun ja, findet mal in Shanghai des 21. Jahrhunderts einen Kassettenrekorder. Wir fanden spontan in einem kleinen Elektronikgeschäft dann einen riesenhaften Walkman, den wir als Ersatzkassettenrekorder missbrauchten. Nun bin ich stolzer Besitzer eines neuen Walkmans und Alin von 12 Tingli-Kassetten. Das war wieder mal eine Investition, die ich so nicht eingeplant hatte ^^

Dienstag, 16. September 2008

Karolin hat Geburtstag

Dienstag 16.09. 2008-09-16
Kai du bist gerettet!
Bislang habe ich in China kein einziges komplett vegetarisches Menü gesehen. Entweder waren Meeresfrüchte dabei oder das Gemüse war mit Fleisch gekocht, wegen des Geschmacks. Heute hatte unsere vegetarische Freundin Karo Geburtstag. Als Überraschung gab es einen Besuch in einem Restaurant auf der Nanjinglu East, der großen Einkaufsmeile. Sie war auch schon ganz verzweifelt, da sie immer nur süßen Toast und Kekse zum essen hatte.
Schwer zu finden ist das Restaurant allerdings. In dem ganzen Schilderwirrwarr wird auf dieses Restaurant mit einem kleinen unauffälligen Hinweis geworben. Es befindet sich in einem Seiteneingang und im 8. Stock.
Die Kellnerinnen waren sehr zuvorkommend und so bekam meine Handtasche einen eigenen Sitzplatz. Dann begutachteten wir die Karte und alles sah so lecker aus, dass wir jeder 2 Mahlzeiten bestellten. Auf dem Tisch standen schon bald: Lotuswurzeln in Orangensoße, Tofu-Hünchen, Tofu-Rindfleisch mit Paprika und Cashewkernen, Pilze gekocht, Pilze im Teigmantel. Teigtasche mit Nussfüllung und Gebackene Bananen. Dazu gab es gratis richtig leckeren Tee. Traubensaft und Cola extra. Wahrscheinlich weil wir uns so unbeholfen anstellten, bekamen wir neben den Stäbchen auch Gabeln zum Schöpfen auf den Teller. Hinzu kam auch noch, dass wir uns verhielten wie ausgehungerte Studenten und die Teller ratzeputze leer aßen. Für chinesische Mädchen gehört sich eigentlich vornehme Zurückhaltung beim Essen.....Wir langten natürlich kräftig zu. Nach ca. einer Stunde genüsslichen Schlemmens füllten sich unsere Bäuche zu Sehens. Für 20 Euro hatten wir zu viert ein richtig leckeres Dinner. Also Kai, wir werden noch ein paar mehr Restaurants für dich erkunden. Ich bin sicher du wirst deinen Urlaub in Shanghai auch überleben ^^
Bis zum nächsten Schlemmertag!!

Mondfest

Seit Samstag feiert man in China das Mondfest, was toller Weise dazu führt, dass wir Montag frei hatten. Hier kommt nun ein kleiner Ausflug zur Geschichte des Mondfestes. (Hab's gegoogelt, hoffe, dass es auch stimmt)
Der 15. Tag des 8. Mondmonats (chin. Kalender) ist das Mondfest (im Chinesischen: Mittherbstfest).Das Mondfest hat eine lange Geschichte. Im Altertum opferten die Kaiser im Frühling der Sonne und im Herbst dem Mond.

Nach der Volkssage rührt das Mondfest von der folgenden Legende her: In grauer Vorzeit gab es im Himmel zehn sengende Sonnen. Die Kulturen waren welk, so dass das Volk in bitterer Not lebten. Ein kräftiger Held namens Hou Yi bestieg den Gipfel des Kunlun-Berges, spannte den Bogen und schoss auf einmal neun Sonnen herunter. Er befahl der letzten Sonne, jeden Tag pünktlich auf- und unterzugehen, was dem Volk zum Wohl gereichte. Deshalb wurde er vom Volk verehrt und respektiert. Viele Leute, darunter Peng Meng, gingen zu ihm in die Lehre.Hou Yi hatte eine schöne Frau, die Chang'e hieß. Eines Tages ging Hou Yi zum Kunlun-Berg, um einen Freund zu besuchen. Dort traf er auf die Himmelskaiserin. Diese gab ihm ein Lebenselixier und sagte ihm, wenn er das Elixier eingenommen habe, werde er unsterblich sein und zum Himmel steigen können. Da er es nicht übers Herz bringen konnte, seine Frau im Stich zu lassen, gab er seiner Frau das Elixier zur Aufbewahrung. Seine Frau steckte das Elixier in ein Kästchen, was aber von Peng Meng gesehen wurde.

Eines Tages nutzte Peng Meng die Gelegenheit der Abwesenheit von Hou Yi und zwang mit dem Schwert Chang'e, das Elixier herzugeben. Da sie wusste, dass sie Peng Meng nicht entkommen konnte, verschluckte Chang'e das Elixier. Sogleich flog sie aus dem Fenster zum Mond, und Peng Meng musste fliehen.
Nach Hause zurückgekehrt, wusste Hou Yi darüber Bescheid. Er war tief traurig und rief zum Himmel den Namen seiner Frau. Erstaunt entdeckte er, dass der Mond dieses Tages besonders hell und rund war und dass es im Mond den Schatten eines Menschen gab, der Chang'e sehr ähnlich aussah. Er eilte mit aller Kraft dem Mond nach. Doch sosehr er sich Mühe gab, er konnte ihn nicht einholen.

Hou Yi dachte jede Nacht an seine Frau. Er ließ im Hintergarten, wo sich Chang'e oft aufgehalten hatte, einen Tisch mit Weihrauchstäbchen und Früchten, die Chang'e gern aß, aufstellen, um Chang'e im Mondpalast zu opfern. Als die Leute davon erfuhren, dass Chang'e zum Mond geflogen war, stellten sie auch im Mondschein einen Tisch mit Weihrauchstäbchen und beteten zu Chang'e. Seitdem verbreitete sich diese Sitte im Volk.
Das Mondfest hat viele Sitten, die von Ort zu Ort variieren. Sie drücken alle den heißen Wunsch der Menschen nach einem glücklichen Leben aus. Die wichtigsten von ihnen, die bis heute beibehalten werden, sind die Bewunderung des Mondes und das Speisen von Mondkuchen.

Am 15. Tag jedes Mondmonats hat man Vollmond. Am 15. Tag des 8. Mondmonats ist der Mond besonders hell und rund. Nach dem Mondkalender ist diese Zeit Herbst, wo Getreide und Obst reifen. Am Abend des Mondfestes sitzen Blutsverwandte oder Freunde zusammen, um den Mond zu bewundern. Am Mondfest jedes Jahres werden an verschiedenen Orten viele Veranstaltungen zur Bewunderung des Mondes organisiert.

Bislang habe ich Mondkuchen mit Erdbeer, Melone, Pflaume, Pfirsich und Fleisch gehabt. Wobei letzteres eher nach Nuss geschmeckt hat. Der Teig außen ist nicht wirklich gebacken, sondern gedämpft und die Füllung hat die Konsistenz von gehärtetem Gele! Nach einer Eingewöhnungsphase, schmecken sie richtig lecker ^^

Sonntag, 14. September 2008

Suzhou

Sonntag, 14.09.2008
Um 5.30 Hieß es aufspringen, duschen und Blog schreiben. Dann machten wir uns zu dieser unchristlichen Zeit auf dem Weg zum Bahnhof. Unterwegs aßen wir dann noch eine Art chinesischen Wrap mit Gemüse und scharfer Würze. Sehr lecker und genau das Richtige um in den Morgen zu starten. Da saßen wir nun auf dem Bahnhof in einer der modernsten Wartehallen, die ich bis jetzt gesehen habe, und konnten gar nicht abwarten in Suzhou zu sein. Übrigens ist zu empfehlen ca. 1 Stunde früher dort zu sein. Zum einen wegen der Menschenmassen, die auch alle erst mal abgefertigt sein wollen und zum anderen, weil die Passagiere schon 30 Minuten vorher eingelassen werden um dann pünktlich losfahren zu können. Zum Glück fuhren wir in einem D Zug. Rechts sind 2er Sitze links 3er Sitze und selbst für große Menschen herrscht hier geraume Beinfreiheit. Die Fahrt war Entspannung pur im Gegensatz zu Fahrten mit der Deutschenbahn, obwohl der Zug komplett gefüllt war.
Nach 40 minütiger Fahrt in Suzhou angekommen warteten wir och auf unsere Freunde aus Australien und Hongkong, die nur ein Ticket für den K Zug bekamen und dementsprechenden 1 ½ Stunden fuhren. Gemeinsam ging es dann los Suzhou zu erobern. Suzhou hat eine üüber 2500 Jahr alte Geschichte und wird auch als das „Venedig des Ostens“ beschrieben, da es von unzähligen kleinen Kanälen durchzogen wird.
Chinesen bezeichnen es als „Paradies auf Erden“ und es ist berühmt für seine schönen Gärten, die von reichen Kaufleuten als Altersresidenz angelegt wurden, um zu entspannen und Lust zu wandeln. Unser erster Anlaufpunkt war die Pagode des Nordtempels. Munter erklimmten wir die 9 Etagen, die mal hoch mal niedrig, mal purer Stein mal Holz waren. Ganz oben konnte man dann einen herrlichen Blick über ganz Suzhou werfen. Leider sah man nur noch einen kleinen Teil des ursprünglichen Meeres aus schwarzen Ziegeldächern, da diese immer mehr der Bauwut weichen müssen. Ganz am Horizont sah man auch schon die ersten Wolkenkratzer. Dass es in der Innenstadt noch keine Hochhäuser gibt ist fast schon ein Wunder.
An der Pagode angrenzend liegt ein alter Tempel mit einem schmucken kleinen Garten, der im Inneren einen kleinen Teich birgt und ideal zum ausruhen ist. Danach machten wir uns auf in die Stadt um Essen zu fassen. Auf dem Weg entdeckten wir ein kleines Restaurant, in dem auch die chinesische Version von Fondue angeboten wurde. Wir 6 testeten also das Chinesische Fondue. Am Anfang erhält man eine Karte, in der man angibt, welche Speisen man haben will, was Fleisch, Gemüse, Pilze, Nudeln und die Grundbrühe betrifft. Würze und Salate konnte man sich frei am Büfett holen. In der Mitte des runden Tisches war ein Loch eingelassen, in dass der Topf mit der Grundbrühe gestellt wurde, der mit Gas geheizt wurde. Dort hinein kamen dann die ganzen Zutaten. Waren sie durchgekocht, fischte man sie mit den Stäbchen wieder heraus, legte sie auf den Teller ab und aß sie erst danach. Diese ganze Prozedur zog sich allerdings 2 Stunden hin und so beschlossen wir, die den Bus zu nehmen und zum Liu Garten zu fahren, der etwas außerhalb liegt.
Auf englisch heißt dieser Lingering Garden und auf deutsch Garten des Verweilens. Dabei hatten wir nur nicht bedacht, dass Feiertag ist und das Verkehrsaufkommen ziemlich hoch, so dauerte unsere Busfahrt wiederum 1 Stunden bis wir endlich an unserem Ziel ankamen. Dort durften wir allerdings die schlichte und doch elegante Schönheit der chinesischen Gartenarchitektur bestaunen. Nicht so modern wie der Yuyuan Garden, besitzt der Liuyuan seinen ganz eigenen Charme. Chinesische Gärten sind im allgemein so angelegt, dass man von keine Punkt die volle Einsicht über das Geländer hat. So ist auch dieser Garten von unzähligen kleinen Wänden, Gässchen, verschlungenen Wegen, Hügeln und Häuschen umgeben. Ganz bezaubernd wirkte auf mich auch die Inszenierung von 2 hübschen in traditionelle chinesische Gewänder gekleidete Musikerinnen, die auf einem Zupfinstrument spielten. Nach 3 stündigem Aufenthalt hieß es dann zurück zum Bahnhof und auf den Zug warten. Leider sahen wir bei unserem Ausflug nichts von den vielgepriesenen Grachten, aber ich werde auf jeden Fall nochmals dort hin fahren, schon allein um etwas zu entspannen.

Samstag, 13. September 2008

Yuyuan - Yu Garten

Samstag, 13. 09.
Da wir nun doch erst Sonntag nach Suzhou fahren, aber Alins und meine Sightseeing-Lust weiterhin ungebremst ist, beschlossen wir beide Shanghais berühmtesten Garden in der alten Stadt im Stadtzentrum einen Besuch abzustarten. Schon allein der Weg zum Eingangstor war überwältigend. Mit einem Mal erhoben sich rechts und links von uns vollkommen renovierte Häuser im chinesischen Baustil mit weißgetünchten Wänden und geschwungenen Dächern. Wie mein Reiseführer mir erklärt, waren wir soeben in die Ladengassen der Lishui Lu gelangt. Wie schon im Tempel macht auch hier der Konsumdrang nicht Halt. Hier jedoch ist das auch gerechtfertigt, da dieser Stadtteil das älteste kommerzielle Zentrum Shanghais ist und dies seit fast über 500 Jahren auch beibehält. Alle noch so kleinen Nischen werden hier zum Verkauf genutzt. Wo man keinen Verkaufsstand findet, sieht man Restaurants. Ein sehr blühendes und buntes Viertel, in dessen Zentrum sich der Eingang des Yuyuan-Gardens befindet.
Nachdem wir uns vom Postkartenverkäufer übers Ohr hauen lassen haben (Wir haben für 3 Postkartenblöcke ca. 4 Euro bezahlt, was genauso hoch war wie der Eintrittspreis, wohlgemerkt war das aber der erste Postkartenstand überhaupt, den ich hier in Shanghai gesehen habe!), reihten wir uns in die Touristenhorden ein und betraten die zauberhafte Welt des Yuyuan-Gardens. Mehrmals in seinem Leben wurde dieser Garten zerstört und wieder aufgebaut. Nun sahen wir dort, was Bildbände nicht schöner malen können. Viele kleine Wege durch skurrile Steinskulpturen, die vom Regen ausgewaschen scheinen, verbinden die zahlreichen Häuschen mit ausgefeilten Flusskonstruktionen. Alles fließt ins andere über und das Auge kann sich gar nicht satt sehen. Sowohl im Detail kann man sich verlieren, als auch im harmonischen Gesamtbild der einzelnen Segmente des Gartens. Der Garten ist ein idealer Entspannungsort für alt und jung für Chinesen und für ausländische Touristen. Trotz des Ansturms am späten Vormittag findet man dort seine Ruhe und kann ganz entspannt die verschnörkelten Pfade entlangspazieren. Fast überall boten sich Chinesen an, die Englisch oder Deutsch konnten, die Reisenden im Garten herumzuführen. (Natürlich gegen ein kräftiges Entgeld am Ende) Dabei konnten wir erlauschen, dass der Yuyuan-Garden in allen 4 Jahreszeiten und bei Sonne oder Regen sehenswert ist. Fast 4 Stunden verbrachten wir dort und schossen über 300 Bilder. Jedem der mich in Shanghai mal besuchen kommt, werde ich diesen Garten zeigen, denn er wird zu Recht als Schmuckstück Shanghais bezeichnet und gehört zu einem der wenigen existierenden kulturellen Glanzlichter der Metropole.
Tritt man aus dem Yuyuangarden wieder heraus erstreckt sich die Neun-Biegungen-Brücke Jiuqu Qiao zickzackförmig vor dem berühmtesten Teehaus Shanghais, dem Huxingting Chaguan. Die Brücke soll böse Geister, die laut chinesischen Sagen nicht geradeaus gehen können, abhalten und führt über einen milchig-grünen Teich, in dem viele Fische, die Glückbringen sollen, schwimmen, zum anderen Teil der Geschäftsstraße hinüber. Etwas Außerhalb dieses touristischen Geschäftsviertels kommt man dann in die für Studenten doch günstigeren Straßen.
Nach einem kräftigenden Mahl aus Nudeln und Rindfleisch, bei dem wir live miterleben konnten, wie Nudeln hergestellt werden, begaben wir uns noch einmal zum Jingan-Tempel. Und siehe da, wir hatten Glück und konnten gegen 1 Euro das innere des Tempels besichtigen. Vom vielen Weihrauch ist mir jetzt noch ganz schwindelig. In der Mitte steht eine Art Brunnen mit vier Etagen, in den die buddhistischen Chinesen versuchen Geldstücke hineinzuwerfen. Ich nehme an dass das Glück bringen soll. Nun hatten wir die seltene Gelegenheit bei einer Zeremonie der Mönche beizuwohnen. Dort traute ich mich dann aber doch nicht zu fotografieren, weil ich es doch eher unpassend fand, die Leute in ihrem Glauben mit einem Blitzlichtgewitter zu stören. So nun muss ich los und meinen Zug nach Suzhou bekommen. Bis Später!